Werke -

Monkeys

Affen

Die Entwicklung der Menschheitsgeschichte, die Eva Bur am Orde in der Vorstellungswelt ihrer Malerei auf gänzlich neue Weise schildert, bezieht sich auf eine unversehrte Ursprünglichkeit von Tier- und Pflanzennatur. In der Imagination stellt die Künstlerin damit gewissermaßen die Zeit zurück auf den Zustand vor der Vertreibung des Menschen aus dem Paradies. Da Adam und Eva hier kurzerhand in Gestalt von Menschenaffen - demnach ältere Vorfahren unserer eigentlichen Stammeseltern - erscheinen, sind dieselben also erst gar nicht schwerwiegender Vergehen fähig, die bewusst zum Schaden anderer Mitgeschöpfe begangen würden. Im Gegensatz zur hochgelobten Spezies des vermeintlich viel wissenden Homo Sapiens, der nur allzu bereitwillig und stets den eigenen Vorteil witternd wirtschaftlich, machtpolitisch oder religiös normierten Ideenkonstruktionen - wie der der seit Anbeginn zwischenmenschlicher Beziehungen unterstellten Erbsünde - gefolgt war, vertrauen jene vielmehr ihren angeborenen Urinstinkten und einer kreatürlichen Verantwortlichkeit den Anderen und dem Anderen gegenüber. Während wir nun unter dem hehren Begriff einer linear ansteigenden Evolution die globale Selbstauflösung mithilfe technischer Entwicklungen zu forcieren bestrebt sind, sehen sich unsere Ahnen und Anverwandten angesichts von allumfassender Umweltzerstörung, von Kriegen und unersättlicher Profitgier ihres natürlichen Lebens- und Wissensraumes beraubt, der zugleich doch auch unser eigener ist.

Text: Clemens Ottnad

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